Eisenbahnbücke

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Auszug aus der Denkmaldatei der Stadt Stadtlohn

Die Eisenbahnbrücke über die Oberberkel liegt in der 1899 projektierten westfälischen Nordbahn, der einspurigen Strecke von Steinfurt - Burgsteinfurt nach Borken, die im Jahre 1902 in Dienst gestellt wurde. Nach Abschluss der Planung für die Nordbahn erteilte Kaiser Wilhelm 2 in seiner Eigenschaft als preußischer König der WLE am 11.12.1899 die Konzession für die Errichtung der Berkelbrücke. Es handelt sich um ein Brückenbauwerk aus Backsteinen mit 3 Segmentbögen und Sparbögen. Der Mittelbogen mit der weitesten Spannweite dient als Strombogen. Die Brücke wurde im Jahre 1902 fertiggestellt. Eröffnet wurde die Westfälische Nordbahn am 30.9.1902. Damals erhielten als letzte Städte im westmünsterländischen Grenzland Stadtlohn und Vreden eine Schienenverbindung mit den aufstrebenden Industrielandschaften in Deutschland. Jetzt ist die Strecke stillgelegt, die Gleise wurden rückgebaut, das Schotterbrett ist noch vorhanden. Links der Berkel durchquert die Bahn ein Industriegelände, rechts der Berkel verläuft die Bahn über freies Feld und zum Teil durch Waldgelände zum nahe gelegenden Almsicker Bahnhof. Abgesehen von diesem Bahnhof haben sich nur noch wenige Hochbauten als Zeugnisse des ehem. Eisenbahnanschlusses der Stadt Stadtlohn erhalten, von denen die Brücke eines der eindrucksvollsten ist. Die recht späte Einrichtung der Bahnlinie brachte in verkehrs- und wirtschaftsgeschichtlicher Hinsicht für Stadtlohn durch die Anbindung an den Massengut- und Personenverkehr einen erstrebten Aufschwung sowohl für die Entwicklung des Handels und der Gewerbe als auch für die Mobilität der hier ansässigen Bevölkerung. Die Bahnbrücke bezeugt als dingliche Hinterlassenschaft diesen wichtigen Entwicklungsschritt. Sie ist daher bedeutend für die Stadt Stadtlohn und die Entwicklung der Arbeits- und Produktionsverhältnisse der damaligen Zeit.